Berliner Freiwilligensurvey 2009
– ausgewertet und diskutiert

Ursprünglich veröffentlicht im Blog Engagementwerkstadt.
Freiwillig engagiert in der Stadt
, 28.10.2011, überarbeitet 2015

Über vierzig engagementpolitisch in­ter­es­sier­te Men­schen aus Gesellschaft und Ver­wal­tung haben am 24.10.2011 den im Juni des Jahres ver­öf­fent­lich­ten so ge­nann­ten Berliner Frei­wil­li­gen­sur­vey1 für den Zeitraum 1999-2009 dis­ku­tiert und aus­ge­wertet. Ein­ge­laden zum Sym­po­si­on hatte der Treffpunkt Hilfs­be­reit­schaft, die Lan­des­frei­wil­li­gen­agen­tur Berlin. Mit da­bei waren das Lan­des­netz­werk Bür­ger­en­ga­ge­ment „aktiv in Berlin“ und das Bun­des­netz­werk bür­ger­li­ches En­ga­ge­ment (BBE); ermöglicht hat­te es die Se­nats­ver­wal­tung für In­te­gra­tion, Arbeit und Soziales.

Die in der aktuellen Auswertung des Freiwilligensurveys erstmals in dieser Tiefe er­fol­gte Analyse Freiwilligen Engagements in Berlin2 verweist klar auf Problemstellen, un­aus­ge­schöpf­te Potenziale und auch mangelndes sowie zurückgehendes Engagement in Tei­len der Ge­sell­schaft in den letzten Jahren. Die fünf thematisch vor­be­rei­te­ten The­men­ti­sche kamen zu spannenden und nicht nur die Engagierten selber her­aus­for­dern­den Ergebnissen:

Vorstellung des Berliner Freiwilligensurveys

  • „Die Älteren werden nicht die Retter der Engagementquote sein können.“
  • „Jugendliche brauchen mehr In­fra­struk­tu­ren in Schule, Uni und Aus­bil­dung, um ihr Engagement zu ver­wirk­li­chen.“
  • „Engagierte wünschen sich vor allem be­tei­ligt zu sein, Nutzen zu ziehen und flexibel zu bleiben im Engagement.“
  • „Menschen suchen Engagement aus ihrer Lebenswelt heraus und in ihnen verankert, nicht entlang von Bezirksgrenzen.“
  • „Freiwilligenagenturen sollten noch viel mehr als bisher Beteiligungs- und Ent­wick­lungs­kno­ten­punk­te im Kiez sein.“

Wenn sich Bürgerschaftliches Engagement in Berlin ihnen stellen, sich weiter verstärken und auch strukturell besser etablieren soll, schlussfolgerte Dr. Serge Embacher in sei­nem abschließenden Vortrag „Staat und Gesellschaft neu denken – En­ga­ge­ment­för­de­rung heute“, dann sind damit ohne Zweifel auch Herausforderungen für die Politik ver­bun­den: Er zitierte die Schlussfolgerungen des Surveys an eine großstädtische En­ga­ge­ment­för­de­rung:

  • Förderung einer sozial produktiven Verhaltenskultur als kulturpolitische Aufgabe
  • Ausgleich von fehlenden materiellen, sozialen und kulturellen Ressourcen durch sy­ste­ma­ti­sche Förderung
  • Hebung der Engagementpotenziale von Älteren, Kindern und Jugendlichen, mitt­le­ren und gehobenen Schichten

und schlug konkret für Berlin vor:

  • Klare Zuständigkeiten in Politik (Stär­kung der Landesbeauftragten, Un­ter­aus­schuss im Abgeordnetenhaus) und Verwaltung
  • Systematische Förderstrategien statt „Projektitis“
  • Ausbau lokaler Infrastrukturen (Freiwilligenagenturen als kommunale Ent­wick­lungs­agen­tu­ren)
  • Engagementpolitischer Diskurs in einem „Landesforum Engagement“

Die zusammenfassende Dokumentation3 ist erschienen und online zu lesen auf Issuu: http://issuu.com/treffpunkthilfsbereitschaft/docs/fsb_20111024_dok oder direkt downloadbar als pdf (5,36 MB): Symposion_FSB_Dokumentation.

|3| Die Ergebnisse des Berliner Freiwilligensurveys auswerten. Fragen – Erkenntnisse – Lösungswege. Dokumentation eines Symposions am 24.10.2011.

Hier weiterhin die einzelnen Dokumente zum Symposion:

 


CSD & -jor. | Alle Fotos: Randy Tarango people-photography – © Landesfreiwilligenagentur Berlin e.V. | aktualisiert: 22.05.2015