Vereinsvorstände stärken. Runder Tisch nimmt für die Zivilgesellschaft brisantes Thema auf

Am 17. Juni kamen rund 35 Interessierte im Bürgersaal des Rathauses Charlottenburg zusammen, um sich am Ersten Runden Tisch „Zivil­ge­sell­schaft.Ber­lin“ 2019 zur För­de­rung des Freiwilligen Engagements mit einem für die organisierte Zivilgesellschaft brisanten Thema zu beschäftigen: Ver­eins­vor­stän­de stärken – Innovative Ansätze für flache Hie­rar­chien. Welche Management-Anforderungen stellen sich Ver­ei­nen heute?

Denn steigende An­for­derun­gen rechtlicher und anderer Art, hieß es in der ge­mein­sa­men Einladung der Landesfreiwilligenagentur Berlin mit dem Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin, kenn­zeich­nen ebenso wie das wachsende durch­schnitt­li­che Le­bens­al­ter der Vereinsvorstände die aktuelle Situation auf den Lei­tungs­e­be­nen der Ver­ei­ne, insgesamt eine bedenkliche Entwicklung mit vielfältigen Her­aus­for­derun­gen: Wie also Vereinvorstände hier stär­ken?

Vereinsentwicklung im Verband

Mit Anke Nöcker, Sportentwicklerin im Landessportbund Berlin, wurde schnell klar, wie umfassend ein großer Verband wie der Landessportbund von Ehrenamtlichkeit und Freiwilligkeit in sei­nen über 2.400 Mitgliedsvereinen ebenso wie im ehrenamtlichen Präsidium des Verbandes selber abhängt. Sie sprach sich für mehr Frauen in den Vereins-Funktionen aus und begrüßte aus­drück­lich das rein weiblich besetzte Podium dieses Runden Ti­sches.

Das Team Sportentwicklung berät kleine Vereine, bietet Vereins-Coaching, unterstützt Vereine auf dem Weg zu einer Neu­auf­stel­lung. Mit der jährlichen Sportentwicklungskonferenz werden neue Impulse gegeben, Kreativität für innovatives Handeln ge­weckt und erprobte Konzepte präsentiert. Der Sport­ent­wick­lungs­be­richt hat zum Ziel, die Entscheidungsträger im or­ga­ni­sier­ten Sport zeitnah mit politikfeld- und managementrelevanten Informationen zu versorgen und ihnen Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben.

Gemeinsame Identität prägt Initiative

Lucy Thomas hat vor 6 Jahren die Initiative give-something-back-to-berlin begründet, inzwischen ein großes Netzwerk von 80 – 140 Beteiligten, das den interkulturellen Dialog und die Be­tei­l­igung für Geflüchtete und Menschen mit Migration voran bringt. Die Plattform ist überwiegend englischsprachig und auf in­ter­na­tio­na­le Kontakte ausgerichtet.

Lucy Thomas betonte als Geschäftsführerin die Bedeutung der reglmäßigen Gemeinschaftsprojekte für das kommunikative Mit­ein­an­der aller ehrenamtlich Mitwirkenden. Inzwischen ar­bei­ten elf Menschen im hauptamtlichen Team. Sie habe sich als Grün­der­in bewusst für die Gestaltung als Netzwerk entschieden; im BGB-Vorstand vertreten andere Personen den Verein. Aber sie alle eint die große Aufgabe und ihre tagtägliche Umsetzung. Das ist die gemeinsame Identität, bei der offizielle Funktionen und Rollen nicht im Vordergrund stehen.

Empowerment für junge Vereine

Katharina Kühnel-Cebici vom Verein Neukölln VEREINt, der aus dem Beteiligungsbüro entstanden ist, stellte ihre Aufgaben vor: Ziel ist, Neuköllner Vereine und Vereine in Gründung in ihrer Arbeit und beim Erreichen ihrer Ziele zu unterstützen. Dafür bietet der Verein unterschiedliche kostenlose Angebote in den Bereichen Beratung, Qualifizierung und Vernetzung an. Dies ist ein Empowerment-Instrument für junge Vereine oder Vereine in Veränderungsprozessen, das sehr gut wahrgenommen wird.

Fachkreis „Vereinsvorstände stärken“ geplant

Der erste Runde Tische Zivilgesellschaft.Berlin 2019 diskutierte im Weiteren über Fragen der Nachwuchsgewinnung für Ver­eins­vor­stän­de, über Transparenz und die Bedeutung des Wert­schät­zens - auch von Mitgliedern für die Aufgaben des Vorstandes.

Die Landesfreiwilligenagentur Berlin beabsichtigt, nach der Som­mer­pau­se einen Fachkreis „Vereinsvorstände stärken“ ins Leben zu rufen und damit nach diesem ersten Impuls durch den Runden Tisch Zivilgesellschaft.Berlin weitere Stärkungs-Themen ge­mein­sam aus­zu­tau­schen und zu bearbeiten.

Runde Tische Zivilgesellschaft.Berlin